Hanf-Wissen Teil I Cannabis, Marijuana, Hanf-was soll das nur alles bedeuten

Schon diese vielen unterschiedlichen Begrifflichkeiten können einen zur Verzweiflung bringen. Marijuana – oder auch Marihuana (schon in der Schreibweise ist man sich uneinig!) ist anscheinend das gleiche wie Weed, also Gras. Oder? Ist Haschisch dann auch Gras, also Marihuana? Und ist das denn nun auch Hanf – oder Cannabis? Gehört Cannabis zu Hanf, ist alles das Gleiche oder wie ist das denn jetzt?!
Bei all diesen durchaus berechtigten Fragen ist es wohl das Schlaueste, sich erstmal mit den vielfältigen Ausdrücken auseinanderzusetzen um herauszufinden, was das nun alles zu bedeuten hat. Genau das habe ich getan, Fachbücher, Zeitschriften und das Internet nach Antworten durchforstet und bin zu folgender Erkenntnis gekommen:
Hanf ist Cannabis.
Zumindest im wissenschaftlichen Sinne kann man das so sagen, denn Cannabis ist der lateinische Begriff für Hanf – welcher sich wiederum vom griechischen Kánnabis ableitet, aber das nur nebenbei.
Wenn nun also der Botaniker von Cannabis spricht, meint er damit eine Pflanzengattung innerhalb der Hanfgewächse. Die Pflanzenart an sich wird Cannabis genannt – Cannabis sativa, um genau zu sein, der gewöhnliche Hanf. Unterarten bzw. Varianten gibt es auch, diese wären Cannabis indica, der indische Hanf und Cannabis ruderalis, der wilde Hanf. Auf die Eigenschaften und die Verwendung der unterschiedlichen Arten werde ich in einem späteren Teil der Reihe näher eingehen. Im Moment geht es uns ja hauptsächlich um das Verständnis der Begriffe an sich. Eine Sache muss ich aber noch loswerden, auch wenn dies nur am Rande zum Thema gehört. Wussten Sie, dass auch der in Bayern und eigentlich weltweit so beliebte Hopfen zur Familie der Hanfgewächse gehört? Ja, man höre und staune – Sie können das googeln, falls Sie mir nicht glauben.
Soviel also zur wissenschaftlichen Ausdrucksweise.
Umgangssprachlich sieht das ganze allerdings schon ein wenig anders aus.
Wenn der Volksmund über Hanf spricht, so meint er zumeist die Pflanze an sich. Auch die einzelnen Bestandteile der Pflanze werden oft einfach als Hanf bezeichnet. So spricht man z.B. von Hanföl (anstatt Öl aus Hanfsamen) oder von Hanfkleidung (anstatt Textilien aus Hanffasern). Mit Hanftee ist ein Tee aus Blüten, Blättern und zum Teil auch Stängeln und Samen des Nutzhanfes (Industriehanf) gemeint, der durch spezielle Züchtung nur eine verschwindend geringe Menge an THC enthält (unter 0,2%). Hanfplastik ist eine biologisch abbaubare Kunststoffart – hergestellt aus der Zellulose des Hanfes und Hanfmilch ist genabgenommen keine Milch, sondern wird aus Hanfsamen und Wasser hergestellt. Um nur einige Beispiele zu nennen.
Spricht der Volksmund allerdings von Cannabis, ist hier nicht die Rede von der Pflanzenart an sich, sondern nun ist tatsächlich der berauschende Teil der Pflanze, also die unbefruchtete getrocknete Blüte der weiblichen Cannabispflanze gemeint. Und spricht man von Weed, Gras oder Marijuana ist auch ebendiese THC-haltige Blüte gemeint, die dann je nach Geschmack geraucht, vaporisiert also verdampft oder anderweitig konsumiert wird – dazu an anderer Stelle dieser Reihe mehr. Haschisch gehört in diesem Zusammenhang auch dazu, muss jedoch insofern vom Marijuana unterschieden werden, als das es sich hier um das gepresste Harz aus der Blüte handelt – welches dann jedoch zum selben Zwecke geraucht oder anders konsumiert wird – die Haschkekse sind ja zumindest als Begriff allgemein bekannt.

Nun sehen Sie, in welchem Dilemma diese arme Pflanze steckt. Ist sie doch von Natur aus eine unglaublich vielseitige, innovative, gesunde, umweltschonende, ressourcenstärkende, bereichernde, schöne und nützliche Pflanze – und wird dennoch nach wie vor zur (gefährlichen) Droge degradiert. Was für ein Jammer!
Darum, liebe Leserinnen und Leser: Keine Angst vor Hanf!!!
Warum Sie wirklich überhaupt gar keine Angst haben müssen vor dieser Pflanze lesen Sie im nächsten Teil.

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