Hanf-Wissen Teil IV Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Ja, auch beim Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit spielt Hanf eine wichtige Rolle. Warum das so ist? Nun, da gibt es viele unterschiedliche Gründe:
Als erstes wäre da einmal das Wachstum der Hanfpflanze. Die ist nämlich, was die Bodenbeschaffenheit angeht, recht unempfindlich und wächst auf fast jedem Boden, in fast jeder Region – sei es in den Bergen des Himalaya oder in den Tropen und auch überall dazwischen. Dadurch können die Transportwege zur weiteren Verarbeitung recht kurz gehalten werden, was dann unserem Klima wieder zugute kommt. Und weil der Hanf recht anspruchslos ist, braucht er auch nicht viel Bewässerung. Diese Pflanze kommt einfach mit dem zurecht, was die Natur eben gerade bietet. Ganz im Gegensatz zur Baumwolle (auch zur Bio-Baumwolle) übrigens. Der Hanf, so könnte man sagen, macht aus dem, was ihm zur Verfügung steht, einfach das Beste. Sehr vorbildlich, oder nicht?
Dabei wächst und gedeiht er, entfaltet ein breites, tiefes Wurzelwerk, welches ganz nebenbei den Boden auflockert. 4 Meter hoch werden einige Pflanzenarten und entwickeln ein dichtes Blätterwerk, welches dann schon wieder den nächsten Vorteil mit sich bringt: Beikräuter, umgangssprachlich auch Unkraut genannt, können aufgrund des Lichtmangels nicht gedeihen und sterben ab. Das erspart dem Bauern gefährliche Herbizide (Unkrautvernichter). Und das wiederum freut dann den Endverbraucher – wer will schon Gift auf seinem leckeren Hanfblütentee – ebenso freut es die Bienen und unzählige andere Insekten.
Durch die schattige Umgebung, die die Pflanzen erzeugen, entsteht in so einem Hanffeld gerne mal ein feuchtes Klima, eigentlich perfekt für Pilze geeignet. Doch auch hier ist der Hanf von Natur her perfekt gewappnet. Er ist, vermutlich durch die Canabinoide, sehr resistent gegen Pilzbefall jeglicher Art. Auf chemische Fungizide kann verzichtet werden, was wieder den Bauern, die Bienen und natürlich auch uns sehr freut.
An anderer Stelle dieser Reihe wurde es ja schon öfter erwähnt: Hanf lässt sich als Rohstoff wunderbar nutzen, da wirklich alle Teile der Pflanze Verwendung finden. Nichts wird weggeworfen, nichts wird verschwendet.
Im Zeitalter des recyclens, also der Wiederverwertung spielt auch die Festigkeit der Hanffasern eine besondere Rolle. Textilien können länger genutzt werden. Seile und Taue sind fester und verrotten nicht so schnell. Papier aus Hanffasern kann, im Gegensatz zu dem aus Holzfasern öfter recycelt werden. Also kurz, der ganze Stoffkreislauf wird verlängert.
Neben Hanftextilien und Papier lassen sich aber noch sehr viele andere tolle Sachen herstellen – auf zwei davon möchte ich an dieser Stelle noch besonders eingehen:
Erstens: die Häuslebauer haben den Hanf für sich entdeckt. Auch hier lassen sich Teile der Pflanze wunderbar einsetzen. Die Fasern ergeben durch ihre hohe Reißfestigkeit und ihre äußerst niedrige Brennbarkeit ein hochwertiges Dämmmaterial. Die Schäben nehmen sehr wenig Feuchtigkeit auf und eignen sich darum perfekt als Schüttdämmung oder werden bei der Produktion von Leichtbauplatten eingesetzt. Wer sich hier noch eingehender informieren möchte, der kann sich gerne an die abw aus Berlin wenden (kontakt@ABW.info) oder an www.schoenthaler.com.
Beide Firmen haben uns sehr großzügig bei unseren ersten Hemp&Yoga Workshops mit Anschauungsmaterial unterstützt.
Ein weiteres großes Plus liegt im niedrigen Energieverbrauch bei der Herstellung von Bau- und Dämmstoffen aus Hanf. Einen deutlich geringeren Schadstoffanteil weisen diese auch vor, was wiederum bessere Entsorgungsmöglichkeiten mit sich bringt. Denn wir dürfen ja nicht vergessen: als Mensch sind wir nur Gast auf Erden und unsere Häuser stehen nicht ewig.
All diese Vorteile von Hanf beim Hausbau hat nun übrigens auch die EU erkannt und verleiht dem „Thermohanf“ das Prädikat „Naturplus“. Und von der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe des Bundeslandwirtschaftsministeriums wird jeder Kubikmeter Hanfdämmung mit 35 € pro Kubikmeter gefördert. Na das ist doch mal was.
Abschließend möchte ich nun auf ein letztes Thema eingehen, welches derzeit wirklich viele Menschen beschäftigt und das ist das Thema Plastik. Das unser Verbrauch an Plastik wirklich viel zu hoch ist, ist mittlerweile durch die vielfältigen Medienberichte wahrscheinlich auch dem letzten klar. Wir versuchen – der eine mehr, der andere weniger – Plastik zu sparen so gut es geht. Aber so ganz verzichten können wir ja doch nicht auf diesen, neben all den Nachteilen auch sehr praktischen Werkstoff. Das Problem ist ja hauptsächlich, das wir viel zu viel Plastik herstellen, welches dann wiederum viel zu lange braucht um zu verrotten (450 Jahre!!!). Somit vermüllen wir unseren schönen Planeten mehr und mehr. Aber jetzt halten Sie sich fest! Auch hier kann Hanf eine Lösung sein! Ja wirklich! Die Hanfstengel nämlich bestehen zu ca. 70 % aus Zellulose, welches aus der Pflanze extrahiert und weiterverarbeitet werden kann. So entsteht beispielsweise Biocellufan, Kunstseide, Zelluloid oder auch Ethanol.
Aus Hanffasern, gemischt mit anderen Verbundstoffen (bisher leider oft synthetische, zunehmend aber auch mehr biologische, z.B. Lingin) lässt sich ein fester, robuster, kaum kaputtbarer Plastikersatz herstellen. 1941 machte Henry Ford es mit seinem Hanfauto vor (einfach mal bei Google oder YouTube eingeben) und viele namhafte Hersteller wie BMW, Mercedes oder Bugatti übernahmen die Technik, entwickelten sie weiter und stellen bis heute Türfüllungen, Hutablagen und zum Teil auch größere Autoteile (wegen dem geringen Gewicht) her.
Das Beste daran: Sind die Faserverbundstoffe biologisch, kann Hanfplastik unter den richtigen Bedingungen innerhalb von 6 Monaten (!!!!!!!) abgebaut werden.
Wir als Konsumenten müssen jetzt eben vermehrt darauf achten: Wenn schon Plastik, dann Hanfplastik (bzw. Bioplastik). Auch die Industrie muss immer wieder darauf hingewiesen werden, daran erinnert werden, dass es JETZT Zeit zum Umdenken ist. Die nötigen Mittel dafür sind ja schon vorhanden. Und last but not least brauchen wir natürlich auch eine gute Regierung, die zukunftsorientiert denkt, mehr Lizenzen für den Nutzhanfanbau vergibt, die Bauern aufklärt und finanziell fördert, damit dann genügend Rohstoff (mit kurzen Versorgungswegen) vorhanden ist.
So kann Hanf einen guten Teil zur Rettung der Welt beitragen.

Noch viel mehr interessante und ausführliche Informationen finden sich auf den Seiten, die mir teilweise auch als Quelle des Wissens für diesen Blog gedient haben:

www.utopia.de/ratgeber/hanf-der-nachhaltige-rohstoff-der-zukunft/
www.hanfverband.de/inhalte/warum-hanf-ueber-die-oekologischen-und-oekonomischen-moeglichkeiten-des-rohstoffes-hanf/
hashmuseum.com/de/die-pflanze/industrieller-hanf/plastik-auf-hanfbasis

Wer sich mehr für die Verwendung von Hanf in der Industrie der Zukunft interessiert, dem sei folgender Artikel empfohlen:
www. hanf-magazin.com/nutzhanf/rohstoffe-aus-hanf/hanf-die-gruene-loesung-fuer-unsere-plastiksucht/

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