Hanf-Wissen Teil VII Alltagsfragen zum Thema Hanf

Immer wieder kommen Freunde, Bekannte, Verwandte und Kunden mit ganz ähnlichen Fragen auf uns zu. Darum haben wir uns entschieden, ein paar davon gleich hier zu beantworten.

Die Frage, die wir wohl am häufigsten gehört haben ist:
Darf ich nach der Einnahme von CBD Öl noch Autofahren? Ja das darfst du. Geichzeitig aber auch nein. Kommen wir also erstmal zum Ja: Erstens hat CBD keinen Einfluss auf deine Fahrtüchtigkeit. Es wirkt ja nicht berauschend. Und zweitens ist es auch kein Problem, falls du in eine Polizeikontrolle kommst, denn die Tests der Polizei sind so ausgelegt, dass sie einen möglichen THC Konsum anzeigen.
Das ist in einem qualitativ hochwertigen CBD Öl (sowie unserem) nur in verschwindend geringer Menge enthalten (unter 0,2%) und stellt somit kein Problem dar.

Hier kommen wir aber leider auch schon zum nein. Denn in einigen der CBD Öle wird eben doch der sehr geringe Wert überschritten. Oder manche Tests sind auch schon so fein, dass dieser geringe Wert schon ausreicht, um positiv auf THC getestet zu werden. Somit ist also ein „Ja“ im Grunde nur unter Vorbehalt auszusprechen.

Auf zwei Dinge solltest du so oder so achten: Zuviel CBD kann müde machen, nicht gerade ein Vorteil beim Auto fahren. Also halte dich an die angegebene Empfehlung (meist 2 – 3 Tropfen). Am Besten wäre, die ersten paar Male auszuprobieren, wenn du nicht gleich danach ins Auto springen und losfahren musst. Jeder Körper reagiert ja doch anders.
Und kaufe bei einem Händler deines Vertrauens ein wirklich hochwertiges Produkt, welches genau auf die Inhaltsstoffe geprüft wurde, bei dem du nachvollziehen kannst wo es herkommt usw… Falls du dir unsicher bist, frag auch einfach nochmal nach, ein vertrauenswürdiger Händler sollte dich auch gut beraten können.

Welcher Unterschied besteht eigentlich zwischen eurem Hanfblütentee Puro und dem Feinschnitt?
Puro, das ist die ganze Blüte mit Stengel, ein bisschen Blätter manchmal aber eher wenige und Samen. Für den vollkommenen, runden vollmundigen Genuss. Für alle, die nicht nur den Geschmack des Tees an sich lieben, sondern auch die Zubereitung zelebrieren. Denn mal ehrlich, so eine schöne Teehanfblüte macht schon einfach was her und das Auge genießt ja bekanntlich mit. Stengel und Samen geben dem Ganzen dann nochmal eine spezielle feine Note.
Der Feinschnitt besteht, wie der Name schon andeutet, aus fein geschnittenen Blättern und Blüten. In Geschmack und Qualität sind sich beide sehr ähnlich. Bei der Auswahl kommt es wohl hauptsächlich auf die persönliche Vorliebe an. Wie bei fast allen Lebensmitteln, die einen hohen Nährstoffgehalt haben, gilt jedoch: Je weniger verarbeitet, umso besser. Umso mehr der wertvollen Inhaltsstoffe bleiben erhalten. Da geht der Punkt ganz klar an die Blüte, aber genau aus diesem Produkt ist die zweite Variante eben fein geschnitten – und nicht superfein gemahlen, wie man ihn dann häufig in fertigen Teemischungen findet.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Hanfprotein und Hanfmehl?
Eine gute Frage, denn rein äußerlich sind sich beide schon sehr ähnlich, beide werden aus gemahlenen Hanfsamen hergestellt und sind darum reich an Eiweiß und essentiellen Fettsäuren (Omega 3 und 6). Der Unterschied liegt in der Feinheit der Verarbeitung. Das Hanfproteinpulver wird in einem speziellen Verfahren gesiebt, wodurch sich der Reinheitsgrad und auch der Eiweißgehalt nochmal deutlich erhöht. Immerhin stecken in 100 g Hanfprotein bis zu 50 g Eiweiß, was es gerade für Vegetarier und Veganer recht interessant macht.

Warum gilt Hanf eigentlich als so gesund?
Wie schon erwähnt, steckt Hanf voller gesunder Fette, ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Auch der unglaubliche Reichtum an Terpenen und die große Anzahl an unterschiedlichsten Cannabinoiden wirkt sich auf die Gesundheit des Menschen sehr positiv aus. Warum das so ist, ist leider durch die Prohibition noch nicht sehr genau erforscht. Aber soviel kann man mit Sicherheit sagen: Es liegt wohl neben all dem Wertvollen, was drinnen steckt, auch hauptsächlich an der Zusammensetzung und der gegenseitigen Wechselwirkung der Inhaltsstoffe. All diese natürlich enthaltenen Schätze können somit gut oder besser gesagt sogar optimal von unserem Körper aufgenommen und genutzt werden.

Wirklich schade, dass Hanf nach wie vor größtenteils verboten ist. Gerade in roher Form, als Salat oder auch als Smoothie genossen hätte er bestimmt den größten Nutzen für unseren Körper, für unsere Gesundheit.

Wir hoffen wirklich sehr, dass unsere Hanfwissen-Reihe zusammen mit vielen anderen informativen Artikeln dazu beiträgt, den Hanf, die Cannabispflanze in ein rechtes Licht zu rücken und damit dieser unvernünftigen Prohibition endlich ein Ende zu bereiten!

Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht und kontaktieren Sie uns. Wir sind gerne für Sie da!

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Hanf-Wissen Teil VI Legalize it – oder lieber doch nicht?! Von den Vor- und Nachteilen der Legalisierung

Bisher ging es in dieser kleinen „Hanf-Wissen Reihe“ hauptsächlich darum, die Hanfpflanze in ein rechtes Licht zu rücken. Die Aufmerksamkeit von der alleinigen Ausrichtung auf die Droge Marijuana auf all das Nützliche und Positive zu lenken, das außerdem noch in der Pflanze steckt.
Nun aber, wenn wir uns schließlich der Frage der Legalisierung zuwenden, müssen wir natürlich auch den berauschenden Teil der Pflanze miteinbeziehen. Denn um den, die THC haltige Blüte der weiblichen Cannabispflanze, geht es ja hauptsächlich in der ganzen Debatte.
Der Nutz- oder Industriehanf (Sie erinnern sich, der ohne THC, also nicht berauschend) ist ja bereits legal – zumindest teilweise, mit vielen vielen Regelungen und Auflagen. Diesen können Sie aber immerhin, vorausgesetzt Sie sind Landwirt und haben eine entsprechende Lizenz, anbauen und unter bestimmten Bedingungen auch weiterverkaufen. Für alle, die keine Landwirte sind, ist allerdings sogar das verboten!
Nun gibt es jedoch eine stetig wachsende Zahl von Menschen auf der ganzen Welt, die sich fragt, warum man denn eigentlich nicht gleich das gesamte Verbot aufheben und Cannabis ganz und gar legalisieren kann.
Diese Frage ist auch durchaus legitim. In einigen wissenschaftlichen Studien wurde mittlerweile schon nachgewiesen, dass Marijuana gar nicht so eine supergefährliche Droge ist, wie man annahm. Sie hat ein sehr niedriges Suchtpotenzial, sowohl auf körperlicher als auch auf psychischer Ebene. Bisher ist nachweislich noch niemand an einer Überdosis Marijuana gestorben. Genau genommen ist eher das Gegenteil der Fall. In dieser Pflanze schlummert das Potenzial, Krankheiten zu heilen oder zumindest – und auch das ist durch medizinische Studien belegt – viele Symptome, die mit zum Teil schweren Erkrankungen einhergehen, deutlich zu lindern.
Eine Legalisierung würde somit das Leben vieler kranker Menschen erheblich erleichtern. Zwar ist Cannabis als Medizin mittlerweile in Deutschland und vielen anderen Ländern weltweit legal. Nach den Berichten Betroffener zu Folge ist es aber nach wie vor sehr schwer bis nahezu unmöglich, an ein entsprechendes Rezept bzw. eine solche Therapie zu kommen.
Eine Legalisierung würde hier also eine massive Erleichterung zur Folge haben.
Erleichtern würde es auch das Leben unzähliger Polizisten, die sich derzeit noch mit tausenden kleinen Marijuana-Delikten herumschlagen müssen. Denn eine sehr breite Bevölkerungsgruppe nutzt die „weiche Droge“ ja, Verbot hin oder her. Von daher weiß man nun eigentlich auch, dass von Menschen, die gerne mal Marijuana konsumieren, an sich keine Gefahr für die restliche Bevölkerung ausgeht. Gewöhnlich lungern sie nicht auf der Straße herum, noch pöbeln sie grundlos friedliche Passanten an.
Genau genommen geht aus öffentlichen Befragungen hervor, dass Menschen aus allen Bevölkerungsschichten und Altersgruppen in ihrer Freizeit hin und wieder Marijuana konsumieren. Ein Großteil von ihnen gehört der arbeitenden Bevölkerung an, die eben nach Feierabend gerne mal einen dampfen. Zur Entspannung, zum runterkommen. Wo liegt da das Problem, fragt man sich. Was dem Einen sein Feierabendbier ist, kann doch dem Anderen sein Feierabendjoint sein, oder nicht? Warum wird der Eine wie ein Verbrecher behandelt (in manchen Fällen sogar wie ein Schwerverbrecher) und der Andere nicht? Vor allem wenn mittlerweile bereits bekannt ist (durch die bisher leider wenigen aber doch aussagekräftigen Studien) dass Cannabis viel weniger schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit eines durchschnittlichen Erwachsenen hat, als Alkohol. Ich betone deshalb extra den „durchschnittlichen Erwachsenen“, da natürlich auch der Gebrauch von Cannabis gewisse Risiken birgt. Hat jemand z.B. eine Neigung zu Psychosen – was man wohl meistens vorher gar nicht weiß, kann der Gebrauch von Marijuana eine solche auslösen. Aber auch Alkohol und Zigaretten haben unglaublich viele Risiken. Warum kann man nun also nicht die mündigen erwachsenen Bürger, die ja meistens durchaus in vielen Lebensbereichen Verantwortungsgefühl und Verstand zeigen, selbst entscheiden lassen, welchen Rausch sie bevorzugen?
Dass Jugendliche hingegen sich im Besten Falle gar nicht berauschen sollten ist ja eigentlich klar. Von Legalisierungsgegnern wird der Schutz der Jugendlichen oft als Hauptargument gegen die Freigabe von Cannabis genannt. Übersehen wird aber sehr oft, dass bei all den unterschiedlichen Konzepten und Ideen, wie man solch eine Legalisierung umsetzen könnte, der Jugendschutz immer eine zentrale Rolle spielt. Es wäre, kurz gesagt, auch bei einer Legalisierung von Cannabis für Jugendliche ungemein schwerer an „Gras“ zu kommen, als es derzeit bei Alkohol und Zigaretten der Fall ist.
Zu guter Letzt, dass das Ganze auch einen enormen wirtschaftlichen Vorteil mit sich bringen würde, kann sich ja jeder ausmalen. Neue Arbeitsplätze, riesige Steuereinnahmen, keine Ausgaben mehr für die Strafverfolgung „kleiner Konsumenten“. Vorteile über Vorteile.
Nun, liebe Leserin, lieber Leser, Sie haben es vielleicht schon bemerkt. Wir von Hemp&Yoga sind ganz klar für eine Legalisierung. Wegen all der gesundheitlichen, ökonomischen und ökologischen Vorteile, die sie mit sich bringen würde. Wegen der vielen Erleichterungen im wirtschaftlichen Sinne und im alltäglichen Leben vieler Menschen. Weil uns die Gegenargumente einfach nicht ausreichen wenn man im Gegensatz das realistisch betrachtet, was alles für die Legalisierung spricht.
Und weil wir uns eben zu genau dieser Bevölkerungsgruppe gesunder, verantwortungsbewusster, mündiger Bürger zählen, die sich durchaus zutraut selbst zu entscheiden, ob – und wenn ja, wie sie sich hin und wieder mal berauschen möchte.

Hanf-Wissen Teil V „Gehört Hanf zu unserer Kultur?“ Von der Geschichte des Hanfes

In den Medien, vor allem aber auch in der Politik wird diese Frage derzeit häufig gestellt – und, das muss man so sagen, oftmals nicht richtig beantwortet. Denn da wird Hanf, oder auch Produkte, die aus dem Nutzhanf gewonnen werden, also beispielsweise Öle, Tinkturen, Derivate etc. als neuartiges Lebensmittel dargestellt. „Novel Food“ nennt man solche neuartigen Lebensmittel dann – also Lebensmittel, die in dieser Form noch überhaupt nicht bekannt sind, die es bisher noch nicht gab. Zumindest nicht vor 1995. Dazu zählen übrigens auch Nahrungsergänzungsmittel. Stevia-Süßungsmittel ist z.B. ein Novel Food, das ist ja bei uns noch nicht allzu lange in Gebrauch. Oder auch Algenöl-Kapseln, die der Nahrungsergänzung dienen und vor 1995 nicht auf dem deutschen Markt zu finden waren. Ebenso Klonfleisch, auch das fällt unter die Novel Food Verordnung. Möchten Sie nun Klonfleisch vertreiben, müssen Sie sich (für sehr sehr viel Geld) eine Lizenz erwerben. Anschließend lassen Sie Ihr Produkt eintragen. Die etwaigen Inhaltsstoffe müssen Sie nachweisen, ebenso die Sicherheit Ihres Produkts. Und erst dann können Sie mit dem Verkauf loslegen. Durch dieses ganze Verfahren sollen die Verbraucher, also Sie und ich, geschützt werden.
So, und nun möchten also einige Politiker, einige Behörden und wahrscheinlich auch einige Lobbyisten, dass Hanfprodukte ebenso unter diese Novel Food Verordnung fallen. Denn Hanfextrakte, Tinkturen, ja sogar Kekse mit Nutzhanfzusatz, so wird behauptet, wären ebenfalls neuartige Lebensmittel.
ABER, wer nur mal einen kurzen Blick ins Internet wirft – sei es bei Wikipedia, auf der Seite vom Hanfhaus, bei austria.legalize.eu, beim Hanfverband, Hanfmagazin oder irgendeiner anderen der unzähligen Seiten – oder wer sich die Mühe macht, ein Hanfmuseum zu besuchen, der findet wirklich viele Nachweise dafür, dass Hanf schon seit Jahrhunderten, nein eigentlich Jahrtausenden – ach, man könnte fast sagen, schon immer zu unserer Kultur gehört.
Damit meine ich einerseits die ganze Menschheitskultur. Denn es gibt hinweise darauf, dass der Hanf in China bereits 10.000 v. Chr. genutzt und geschätzt wurde.
2.800 v. Chr. wurden dort die ersten Seile aus Hanffasern hergestellt, ebenso Textilien. Das älteste erhaltene Hanftextil wurde bei Ausgrabungen in China entdeckt und lässt sich auf 1000 v. Chr. zurück datieren. Ebenso wurde Hanf aber auch als Heilmittel genutzt und in verschiedenen Darreichungsformen gegen Gicht, Malaria, Rheuma, Verstopfung, zur allgemeinen gesundheitlichen Stärkung und vieles mehr empfohlen.
Wer nun sagt: „Na ja in China, was interessiert mich denn China?“, der halte sich nun fest: Der früheste Fund von Hanfsamen in Mitteleuropa lässt sich auf 5.500 v. Chr. datieren. Und wo wurden sie gefunden? In Thüringen und das liegt ja bekanntlich in Deutschland.
In Indien wurde Cannabis in den Veden als heilige Droge verehrt und sollte im rituellen Gebrauch vor dem Bösen schützen. Buddha ernährte sich zeitweilig allein von Hanfsamen (so erzählt man sich zumindest). Germanen und Kelten legten den Verstorbenen Hanfsamen ins Grab.
Die alten Griechen, die Römer, alle schätzten den Hanf, sowohl als Rohstoff für Seile oder Textilien, als Nahrungsmittel und Medikament.
500 n. Chr. findet man Hanfsamen unter dem Namen Hanfosamo in der Zutatenliste von deutschen Backrezepten. Auch die berühmte Heilerin Hildegard von Bingen empfiehlt Hanfsamen zur Linderung von Magenschmerzen. Und möchte man eine Wunde behandeln, solle man dazu ein aus Hanf gefertigtes Tuch verwenden.
Die erste Bibel wurde auf Hanfpapier gedruckt, die Mona Lisa auf Hanfleinwand gemalt und und und. So zieht sich die Verwendung von Hanf durch unsere kulturelle Geschichte. 1940 hat Henry Ford sogar ein Auto aus Hanfplastik gebaut. Ich könnte jetzt noch unzählige weitere Beispiele aufführen. Wer es gerne noch genauer wissen will, dem seien die oben genannten Seiten sehr ans Herz gelegt.
Aber ich denke, die Frage, ob Hanf zu unserer Kultur gehört oder nicht, ist hiermit ausreichend geklärt.
Ja, Hanf gehört zu unserer Kultur. Im Zuge der unsäglichen Prohibition, die nun mit kleiner Kriegsunterbrechung schon beinahe 100 Jahre andauert, wurde dieses Wissen nur leider verdrängt.
Noch eine kleine Anmerkung am Rande, obwohl das dann eigentlich schon fast zum nächsten Thema gehört (ich kann’s mir aber nicht verkneifen):
Zum Glück dauerte die Alkohol Prohibition nicht so lang, sonst hätte man auch hier das Wissen um altes Kulturgut glatt vergessen. Denn die Antwort auf die Frage, warum man denn nun Alkohol konsumieren darf, der ja nachweislich viel schädlicher ist als Cannabis, lautet stets: „Alkohol gehört eben zu unserer Kultur.“ Aber, meine lieben, Hanf gehört MINDESTENS EBENSO zu unserer Kultur.

Hanf-Wissen Teil IV Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Ja, auch beim Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit spielt Hanf eine wichtige Rolle. Warum das so ist? Nun, da gibt es viele unterschiedliche Gründe:
Als erstes wäre da einmal das Wachstum der Hanfpflanze. Die ist nämlich, was die Bodenbeschaffenheit angeht, recht unempfindlich und wächst auf fast jedem Boden, in fast jeder Region – sei es in den Bergen des Himalaya oder in den Tropen und auch überall dazwischen. Dadurch können die Transportwege zur weiteren Verarbeitung recht kurz gehalten werden, was dann unserem Klima wieder zugute kommt. Und weil der Hanf recht anspruchslos ist, braucht er auch nicht viel Bewässerung. Diese Pflanze kommt einfach mit dem zurecht, was die Natur eben gerade bietet. Ganz im Gegensatz zur Baumwolle (auch zur Bio-Baumwolle) übrigens. Der Hanf, so könnte man sagen, macht aus dem, was ihm zur Verfügung steht, einfach das Beste. Sehr vorbildlich, oder nicht?
Dabei wächst und gedeiht er, entfaltet ein breites, tiefes Wurzelwerk, welches ganz nebenbei den Boden auflockert. 4 Meter hoch werden einige Pflanzenarten und entwickeln ein dichtes Blätterwerk, welches dann schon wieder den nächsten Vorteil mit sich bringt: Beikräuter, umgangssprachlich auch Unkraut genannt, können aufgrund des Lichtmangels nicht gedeihen und sterben ab. Das erspart dem Bauern gefährliche Herbizide (Unkrautvernichter). Und das wiederum freut dann den Endverbraucher – wer will schon Gift auf seinem leckeren Hanfblütentee – ebenso freut es die Bienen und unzählige andere Insekten.
Durch die schattige Umgebung, die die Pflanzen erzeugen, entsteht in so einem Hanffeld gerne mal ein feuchtes Klima, eigentlich perfekt für Pilze geeignet. Doch auch hier ist der Hanf von Natur her perfekt gewappnet. Er ist, vermutlich durch die Canabinoide, sehr resistent gegen Pilzbefall jeglicher Art. Auf chemische Fungizide kann verzichtet werden, was wieder den Bauern, die Bienen und natürlich auch uns sehr freut.
An anderer Stelle dieser Reihe wurde es ja schon öfter erwähnt: Hanf lässt sich als Rohstoff wunderbar nutzen, da wirklich alle Teile der Pflanze Verwendung finden. Nichts wird weggeworfen, nichts wird verschwendet.
Im Zeitalter des recyclens, also der Wiederverwertung spielt auch die Festigkeit der Hanffasern eine besondere Rolle. Textilien können länger genutzt werden. Seile und Taue sind fester und verrotten nicht so schnell. Papier aus Hanffasern kann, im Gegensatz zu dem aus Holzfasern öfter recycelt werden. Also kurz, der ganze Stoffkreislauf wird verlängert.
Neben Hanftextilien und Papier lassen sich aber noch sehr viele andere tolle Sachen herstellen – auf zwei davon möchte ich an dieser Stelle noch besonders eingehen:
Erstens: die Häuslebauer haben den Hanf für sich entdeckt. Auch hier lassen sich Teile der Pflanze wunderbar einsetzen. Die Fasern ergeben durch ihre hohe Reißfestigkeit und ihre äußerst niedrige Brennbarkeit ein hochwertiges Dämmmaterial. Die Schäben nehmen sehr wenig Feuchtigkeit auf und eignen sich darum perfekt als Schüttdämmung oder werden bei der Produktion von Leichtbauplatten eingesetzt. Wer sich hier noch eingehender informieren möchte, der kann sich gerne an die abw aus Berlin wenden (kontakt@ABW.info) oder an www.schoenthaler.com.
Beide Firmen haben uns sehr großzügig bei unseren ersten Hemp&Yoga Workshops mit Anschauungsmaterial unterstützt.
Ein weiteres großes Plus liegt im niedrigen Energieverbrauch bei der Herstellung von Bau- und Dämmstoffen aus Hanf. Einen deutlich geringeren Schadstoffanteil weisen diese auch vor, was wiederum bessere Entsorgungsmöglichkeiten mit sich bringt. Denn wir dürfen ja nicht vergessen: als Mensch sind wir nur Gast auf Erden und unsere Häuser stehen nicht ewig.
All diese Vorteile von Hanf beim Hausbau hat nun übrigens auch die EU erkannt und verleiht dem „Thermohanf“ das Prädikat „Naturplus“. Und von der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe des Bundeslandwirtschaftsministeriums wird jeder Kubikmeter Hanfdämmung mit 35 € pro Kubikmeter gefördert. Na das ist doch mal was.
Abschließend möchte ich nun auf ein letztes Thema eingehen, welches derzeit wirklich viele Menschen beschäftigt und das ist das Thema Plastik. Das unser Verbrauch an Plastik wirklich viel zu hoch ist, ist mittlerweile durch die vielfältigen Medienberichte wahrscheinlich auch dem letzten klar. Wir versuchen – der eine mehr, der andere weniger – Plastik zu sparen so gut es geht. Aber so ganz verzichten können wir ja doch nicht auf diesen, neben all den Nachteilen auch sehr praktischen Werkstoff. Das Problem ist ja hauptsächlich, das wir viel zu viel Plastik herstellen, welches dann wiederum viel zu lange braucht um zu verrotten (450 Jahre!!!). Somit vermüllen wir unseren schönen Planeten mehr und mehr. Aber jetzt halten Sie sich fest! Auch hier kann Hanf eine Lösung sein! Ja wirklich! Die Hanfstengel nämlich bestehen zu ca. 70 % aus Zellulose, welches aus der Pflanze extrahiert und weiterverarbeitet werden kann. So entsteht beispielsweise Biocellufan, Kunstseide, Zelluloid oder auch Ethanol.
Aus Hanffasern, gemischt mit anderen Verbundstoffen (bisher leider oft synthetische, zunehmend aber auch mehr biologische, z.B. Lingin) lässt sich ein fester, robuster, kaum kaputtbarer Plastikersatz herstellen. 1941 machte Henry Ford es mit seinem Hanfauto vor (einfach mal bei Google oder YouTube eingeben) und viele namhafte Hersteller wie BMW, Mercedes oder Bugatti übernahmen die Technik, entwickelten sie weiter und stellen bis heute Türfüllungen, Hutablagen und zum Teil auch größere Autoteile (wegen dem geringen Gewicht) her.
Das Beste daran: Sind die Faserverbundstoffe biologisch, kann Hanfplastik unter den richtigen Bedingungen innerhalb von 6 Monaten (!!!!!!!) abgebaut werden.
Wir als Konsumenten müssen jetzt eben vermehrt darauf achten: Wenn schon Plastik, dann Hanfplastik (bzw. Bioplastik). Auch die Industrie muss immer wieder darauf hingewiesen werden, daran erinnert werden, dass es JETZT Zeit zum Umdenken ist. Die nötigen Mittel dafür sind ja schon vorhanden. Und last but not least brauchen wir natürlich auch eine gute Regierung, die zukunftsorientiert denkt, mehr Lizenzen für den Nutzhanfanbau vergibt, die Bauern aufklärt und finanziell fördert, damit dann genügend Rohstoff (mit kurzen Versorgungswegen) vorhanden ist.
So kann Hanf einen guten Teil zur Rettung der Welt beitragen.

Noch viel mehr interessante und ausführliche Informationen finden sich auf den Seiten, die mir teilweise auch als Quelle des Wissens für diesen Blog gedient haben:

www.utopia.de/ratgeber/hanf-der-nachhaltige-rohstoff-der-zukunft/
www.hanfverband.de/inhalte/warum-hanf-ueber-die-oekologischen-und-oekonomischen-moeglichkeiten-des-rohstoffes-hanf/
hashmuseum.com/de/die-pflanze/industrieller-hanf/plastik-auf-hanfbasis

Wer sich mehr für die Verwendung von Hanf in der Industrie der Zukunft interessiert, dem sei folgender Artikel empfohlen:
www. hanf-magazin.com/nutzhanf/rohstoffe-aus-hanf/hanf-die-gruene-loesung-fuer-unsere-plastiksucht/

Hanf-Wissen für Anfänger – und alle, die das Thema mal ein bisschen genauer interessiert

Soviel steht fest, langsam aber sicher hält der Hanf wieder Einzug in die Mitte der Gesellschaft. Der berauschende Effekt steht dabei für viele aber gar nicht unbedingt im Vordergrund. Eher sind es die für unsere Gesundheit wertvollen Inhaltsstoffe, die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten sämtlicher Bestandteile und die jüngsten Forschungsergebnisse zum medizinischen Nutzen, welche die Pflanze derzeit mehr und mehr in das Licht der Aufmerksamkeit rücken lässt.
Da findet man Bio-Hanföl beim Penny um die Ecke, die Oma schluckt täglich ein paar CBD Tropfen gegen die Schmerzen in den Beinen. Nachbar Klaus, für den ein Tag ohne Fitnessstudio ein verlorener Tag ist, ersetzt seit ein paar Wochen seinen chemisch produzierten Eiweißshake mit selbst gemixter Hanfmilch. Und seine Frau Moni streut die Hanfsamen über fast jede Mahlzeit – wegen der wertvollen Fettsäuren. Vor kurzem kam eine Bekannte höchst erstaunt auf mich zu, sie hatte ein wenig in unserem Onlineshop (www.hemp-yoga.com) gestöbert und dabei die Hanfkleidung entdeckt. „Soviele Farben, so tolle Schnitte, man würde ja gar nicht auf die Idee kommen, dass diese Klamotten aus Hanf gemacht sind“, rief sie und die Begeisterung stand ihr dabei förmlich in Gesicht geschrieben.
Mit dieser Erkenntnis, dass Cannabis nicht nur ein Kraut ist, das einen high macht, sondern dass in dieser vielseitigen, wertvollen Pflanze noch einiges mehr steckt als man bisher annahm, und dem Wunsch, diese positiven Eigenschaften auch für sich zu nutzen, kommen jedoch viele Unsicherheiten zum Vorschein und Fragen tun sich auf:
„Warum macht die eine Hanfblüte high, die andere nicht?“ „Ist der Bio-Hanfblütentee wirklich legal – der schaut so ‚echt‘ aus und riecht auch so.“ „Darf ich noch Auto fahren, wenn ich CBD zu mir genommen habe?“ „Was ist eigentlich Hanfplastik?“ „Warum kann man Hanf für den Hausbau verwenden?“ „Was hat die Verwendung von Hanf mit Nachhaltigkeit und zukunftsorientiertem Denken zu tun?“
Schon jetzt – da werden Sie mir zustimmen – sind das zu viele Fragen und zu viele Themen für nur einen einzigen Artikel. Darum finden Sie nachfolgend eine siebenteilige Reihe voll spannedem, erstaunlichem Hanfwissen, dass Sie höchstwahrscheinlich begeistern wird.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen und entdecken!

Teil I: Cannabis, Marijuana, Hanf – was soll das nur alles bedeuten?

Teil II: Keine Angst vor Hanf! Eine Fortsetzung zum ersten Teil

Teil III: Warum mein Hanfblütentee nicht high macht und warum es gar nichts bringt, meine
Hanfyogakleidung zu rauchen. Von CBD, THC und was sonst noch in der Pflanze steckt.

Teil IV: Umweltschutz und Nachhaltigkeit – ein Leben mit Hanf

Teil V: Gehört Hanf zu unserer Kultur? Von der Geschichte des Hanfes

Teil VI: Legalize it – oder lieber doch nicht?

Teil VII: Alltagsfragen zum Thema Hanf