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Hanf-Wissen Teil VI Legalize it – oder lieber doch nicht?! Von den Vor- und Nachteilen der Legalisierung

Bisher ging es in dieser kleinen „Hanf-Wissen Reihe“ hauptsächlich darum, die Hanfpflanze in ein rechtes Licht zu rücken. Die Aufmerksamkeit von der alleinigen Ausrichtung auf die Droge Marijuana auf all das Nützliche und Positive zu lenken, das außerdem noch in der Pflanze steckt.
Nun aber, wenn wir uns schließlich der Frage der Legalisierung zuwenden, müssen wir natürlich auch den berauschenden Teil der Pflanze miteinbeziehen. Denn um den, die THC haltige Blüte der weiblichen Cannabispflanze, geht es ja hauptsächlich in der ganzen Debatte.
Der Nutz- oder Industriehanf (Sie erinnern sich, der ohne THC, also nicht berauschend) ist ja bereits legal – zumindest teilweise, mit vielen vielen Regelungen und Auflagen. Diesen können Sie aber immerhin, vorausgesetzt Sie sind Landwirt und haben eine entsprechende Lizenz, anbauen und unter bestimmten Bedingungen auch weiterverkaufen. Für alle, die keine Landwirte sind, ist allerdings sogar das verboten!
Nun gibt es jedoch eine stetig wachsende Zahl von Menschen auf der ganzen Welt, die sich fragt, warum man denn eigentlich nicht gleich das gesamte Verbot aufheben und Cannabis ganz und gar legalisieren kann.
Diese Frage ist auch durchaus legitim. In einigen wissenschaftlichen Studien wurde mittlerweile schon nachgewiesen, dass Marijuana gar nicht so eine supergefährliche Droge ist, wie man annahm. Sie hat ein sehr niedriges Suchtpotenzial, sowohl auf körperlicher als auch auf psychischer Ebene. Bisher ist nachweislich noch niemand an einer Überdosis Marijuana gestorben. Genau genommen ist eher das Gegenteil der Fall. In dieser Pflanze schlummert das Potenzial, Krankheiten zu heilen oder zumindest – und auch das ist durch medizinische Studien belegt – viele Symptome, die mit zum Teil schweren Erkrankungen einhergehen, deutlich zu lindern.
Eine Legalisierung würde somit das Leben vieler kranker Menschen erheblich erleichtern. Zwar ist Cannabis als Medizin mittlerweile in Deutschland und vielen anderen Ländern weltweit legal. Nach den Berichten Betroffener zu Folge ist es aber nach wie vor sehr schwer bis nahezu unmöglich, an ein entsprechendes Rezept bzw. eine solche Therapie zu kommen.
Eine Legalisierung würde hier also eine massive Erleichterung zur Folge haben.
Erleichtern würde es auch das Leben unzähliger Polizisten, die sich derzeit noch mit tausenden kleinen Marijuana-Delikten herumschlagen müssen. Denn eine sehr breite Bevölkerungsgruppe nutzt die „weiche Droge“ ja, Verbot hin oder her. Von daher weiß man nun eigentlich auch, dass von Menschen, die gerne mal Marijuana konsumieren, an sich keine Gefahr für die restliche Bevölkerung ausgeht. Gewöhnlich lungern sie nicht auf der Straße herum, noch pöbeln sie grundlos friedliche Passanten an.
Genau genommen geht aus öffentlichen Befragungen hervor, dass Menschen aus allen Bevölkerungsschichten und Altersgruppen in ihrer Freizeit hin und wieder Marijuana konsumieren. Ein Großteil von ihnen gehört der arbeitenden Bevölkerung an, die eben nach Feierabend gerne mal einen dampfen. Zur Entspannung, zum runterkommen. Wo liegt da das Problem, fragt man sich. Was dem Einen sein Feierabendbier ist, kann doch dem Anderen sein Feierabendjoint sein, oder nicht? Warum wird der Eine wie ein Verbrecher behandelt (in manchen Fällen sogar wie ein Schwerverbrecher) und der Andere nicht? Vor allem wenn mittlerweile bereits bekannt ist (durch die bisher leider wenigen aber doch aussagekräftigen Studien) dass Cannabis viel weniger schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit eines durchschnittlichen Erwachsenen hat, als Alkohol. Ich betone deshalb extra den „durchschnittlichen Erwachsenen“, da natürlich auch der Gebrauch von Cannabis gewisse Risiken birgt. Hat jemand z.B. eine Neigung zu Psychosen – was man wohl meistens vorher gar nicht weiß, kann der Gebrauch von Marijuana eine solche auslösen. Aber auch Alkohol und Zigaretten haben unglaublich viele Risiken. Warum kann man nun also nicht die mündigen erwachsenen Bürger, die ja meistens durchaus in vielen Lebensbereichen Verantwortungsgefühl und Verstand zeigen, selbst entscheiden lassen, welchen Rausch sie bevorzugen?
Dass Jugendliche hingegen sich im Besten Falle gar nicht berauschen sollten ist ja eigentlich klar. Von Legalisierungsgegnern wird der Schutz der Jugendlichen oft als Hauptargument gegen die Freigabe von Cannabis genannt. Übersehen wird aber sehr oft, dass bei all den unterschiedlichen Konzepten und Ideen, wie man solch eine Legalisierung umsetzen könnte, der Jugendschutz immer eine zentrale Rolle spielt. Es wäre, kurz gesagt, auch bei einer Legalisierung von Cannabis für Jugendliche ungemein schwerer an „Gras“ zu kommen, als es derzeit bei Alkohol und Zigaretten der Fall ist.
Zu guter Letzt, dass das Ganze auch einen enormen wirtschaftlichen Vorteil mit sich bringen würde, kann sich ja jeder ausmalen. Neue Arbeitsplätze, riesige Steuereinnahmen, keine Ausgaben mehr für die Strafverfolgung „kleiner Konsumenten“. Vorteile über Vorteile.
Nun, liebe Leserin, lieber Leser, Sie haben es vielleicht schon bemerkt. Wir von Hemp&Yoga sind ganz klar für eine Legalisierung. Wegen all der gesundheitlichen, ökonomischen und ökologischen Vorteile, die sie mit sich bringen würde. Wegen der vielen Erleichterungen im wirtschaftlichen Sinne und im alltäglichen Leben vieler Menschen. Weil uns die Gegenargumente einfach nicht ausreichen wenn man im Gegensatz das realistisch betrachtet, was alles für die Legalisierung spricht.
Und weil wir uns eben zu genau dieser Bevölkerungsgruppe gesunder, verantwortungsbewusster, mündiger Bürger zählen, die sich durchaus zutraut selbst zu entscheiden, ob – und wenn ja, wie sie sich hin und wieder mal berauschen möchte.

Hanf-Wissen Teil IV Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Ja, auch beim Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit spielt Hanf eine wichtige Rolle. Warum das so ist? Nun, da gibt es viele unterschiedliche Gründe:
Als erstes wäre da einmal das Wachstum der Hanfpflanze. Die ist nämlich, was die Bodenbeschaffenheit angeht, recht unempfindlich und wächst auf fast jedem Boden, in fast jeder Region – sei es in den Bergen des Himalaya oder in den Tropen und auch überall dazwischen. Dadurch können die Transportwege zur weiteren Verarbeitung recht kurz gehalten werden, was dann unserem Klima wieder zugute kommt. Und weil der Hanf recht anspruchslos ist, braucht er auch nicht viel Bewässerung. Diese Pflanze kommt einfach mit dem zurecht, was die Natur eben gerade bietet. Ganz im Gegensatz zur Baumwolle (auch zur Bio-Baumwolle) übrigens. Der Hanf, so könnte man sagen, macht aus dem, was ihm zur Verfügung steht, einfach das Beste. Sehr vorbildlich, oder nicht?
Dabei wächst und gedeiht er, entfaltet ein breites, tiefes Wurzelwerk, welches ganz nebenbei den Boden auflockert. 4 Meter hoch werden einige Pflanzenarten und entwickeln ein dichtes Blätterwerk, welches dann schon wieder den nächsten Vorteil mit sich bringt: Beikräuter, umgangssprachlich auch Unkraut genannt, können aufgrund des Lichtmangels nicht gedeihen und sterben ab. Das erspart dem Bauern gefährliche Herbizide (Unkrautvernichter). Und das wiederum freut dann den Endverbraucher – wer will schon Gift auf seinem leckeren Hanfblütentee – ebenso freut es die Bienen und unzählige andere Insekten.
Durch die schattige Umgebung, die die Pflanzen erzeugen, entsteht in so einem Hanffeld gerne mal ein feuchtes Klima, eigentlich perfekt für Pilze geeignet. Doch auch hier ist der Hanf von Natur her perfekt gewappnet. Er ist, vermutlich durch die Canabinoide, sehr resistent gegen Pilzbefall jeglicher Art. Auf chemische Fungizide kann verzichtet werden, was wieder den Bauern, die Bienen und natürlich auch uns sehr freut.
An anderer Stelle dieser Reihe wurde es ja schon öfter erwähnt: Hanf lässt sich als Rohstoff wunderbar nutzen, da wirklich alle Teile der Pflanze Verwendung finden. Nichts wird weggeworfen, nichts wird verschwendet.
Im Zeitalter des recyclens, also der Wiederverwertung spielt auch die Festigkeit der Hanffasern eine besondere Rolle. Textilien können länger genutzt werden. Seile und Taue sind fester und verrotten nicht so schnell. Papier aus Hanffasern kann, im Gegensatz zu dem aus Holzfasern öfter recycelt werden. Also kurz, der ganze Stoffkreislauf wird verlängert.
Neben Hanftextilien und Papier lassen sich aber noch sehr viele andere tolle Sachen herstellen – auf zwei davon möchte ich an dieser Stelle noch besonders eingehen:
Erstens: die Häuslebauer haben den Hanf für sich entdeckt. Auch hier lassen sich Teile der Pflanze wunderbar einsetzen. Die Fasern ergeben durch ihre hohe Reißfestigkeit und ihre äußerst niedrige Brennbarkeit ein hochwertiges Dämmmaterial. Die Schäben nehmen sehr wenig Feuchtigkeit auf und eignen sich darum perfekt als Schüttdämmung oder werden bei der Produktion von Leichtbauplatten eingesetzt. Wer sich hier noch eingehender informieren möchte, der kann sich gerne an die abw aus Berlin wenden (kontakt@ABW.info) oder an www.schoenthaler.com.
Beide Firmen haben uns sehr großzügig bei unseren ersten Hemp&Yoga Workshops mit Anschauungsmaterial unterstützt.
Ein weiteres großes Plus liegt im niedrigen Energieverbrauch bei der Herstellung von Bau- und Dämmstoffen aus Hanf. Einen deutlich geringeren Schadstoffanteil weisen diese auch vor, was wiederum bessere Entsorgungsmöglichkeiten mit sich bringt. Denn wir dürfen ja nicht vergessen: als Mensch sind wir nur Gast auf Erden und unsere Häuser stehen nicht ewig.
All diese Vorteile von Hanf beim Hausbau hat nun übrigens auch die EU erkannt und verleiht dem „Thermohanf“ das Prädikat „Naturplus“. Und von der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe des Bundeslandwirtschaftsministeriums wird jeder Kubikmeter Hanfdämmung mit 35 € pro Kubikmeter gefördert. Na das ist doch mal was.
Abschließend möchte ich nun auf ein letztes Thema eingehen, welches derzeit wirklich viele Menschen beschäftigt und das ist das Thema Plastik. Das unser Verbrauch an Plastik wirklich viel zu hoch ist, ist mittlerweile durch die vielfältigen Medienberichte wahrscheinlich auch dem letzten klar. Wir versuchen – der eine mehr, der andere weniger – Plastik zu sparen so gut es geht. Aber so ganz verzichten können wir ja doch nicht auf diesen, neben all den Nachteilen auch sehr praktischen Werkstoff. Das Problem ist ja hauptsächlich, das wir viel zu viel Plastik herstellen, welches dann wiederum viel zu lange braucht um zu verrotten (450 Jahre!!!). Somit vermüllen wir unseren schönen Planeten mehr und mehr. Aber jetzt halten Sie sich fest! Auch hier kann Hanf eine Lösung sein! Ja wirklich! Die Hanfstengel nämlich bestehen zu ca. 70 % aus Zellulose, welches aus der Pflanze extrahiert und weiterverarbeitet werden kann. So entsteht beispielsweise Biocellufan, Kunstseide, Zelluloid oder auch Ethanol.
Aus Hanffasern, gemischt mit anderen Verbundstoffen (bisher leider oft synthetische, zunehmend aber auch mehr biologische, z.B. Lingin) lässt sich ein fester, robuster, kaum kaputtbarer Plastikersatz herstellen. 1941 machte Henry Ford es mit seinem Hanfauto vor (einfach mal bei Google oder YouTube eingeben) und viele namhafte Hersteller wie BMW, Mercedes oder Bugatti übernahmen die Technik, entwickelten sie weiter und stellen bis heute Türfüllungen, Hutablagen und zum Teil auch größere Autoteile (wegen dem geringen Gewicht) her.
Das Beste daran: Sind die Faserverbundstoffe biologisch, kann Hanfplastik unter den richtigen Bedingungen innerhalb von 6 Monaten (!!!!!!!) abgebaut werden.
Wir als Konsumenten müssen jetzt eben vermehrt darauf achten: Wenn schon Plastik, dann Hanfplastik (bzw. Bioplastik). Auch die Industrie muss immer wieder darauf hingewiesen werden, daran erinnert werden, dass es JETZT Zeit zum Umdenken ist. Die nötigen Mittel dafür sind ja schon vorhanden. Und last but not least brauchen wir natürlich auch eine gute Regierung, die zukunftsorientiert denkt, mehr Lizenzen für den Nutzhanfanbau vergibt, die Bauern aufklärt und finanziell fördert, damit dann genügend Rohstoff (mit kurzen Versorgungswegen) vorhanden ist.
So kann Hanf einen guten Teil zur Rettung der Welt beitragen.

Noch viel mehr interessante und ausführliche Informationen finden sich auf den Seiten, die mir teilweise auch als Quelle des Wissens für diesen Blog gedient haben:

www.utopia.de/ratgeber/hanf-der-nachhaltige-rohstoff-der-zukunft/
www.hanfverband.de/inhalte/warum-hanf-ueber-die-oekologischen-und-oekonomischen-moeglichkeiten-des-rohstoffes-hanf/
hashmuseum.com/de/die-pflanze/industrieller-hanf/plastik-auf-hanfbasis

Wer sich mehr für die Verwendung von Hanf in der Industrie der Zukunft interessiert, dem sei folgender Artikel empfohlen:
www. hanf-magazin.com/nutzhanf/rohstoffe-aus-hanf/hanf-die-gruene-loesung-fuer-unsere-plastiksucht/